Der Stromspar-Check ist ein Erfolgsprojekt

Zum Start des neuen Jahres mal was Ermunterndes. Mit dem seit 2009 laufenden Förderprojekt Stromspar-Check wurden 475.000 Haushalte mit niedrigem Einkommen beraten und 970.000 Tonnen CO2 gespart. Dabei erhielten die Haushalte eine Stromspar-Beratung direkt in der Wohnung, verknüpft mit der Direktinstallation von Strom- und (Warm-)Wasser sparenden Kleingeräten wie etwa LED oder Sparduschköpfe. Phasenweise wurden auch alte, ineffiziente Kühlschränke ersetzt. Für die Projektumsetzung wurden Langzeitarbeitslose zu Stromsparhelfern ausgebildet und angestellt.

Das Projekt ist in mehrfacher Sicht einzigartig, weil es ökonomische, soziale, beschäftigungspolitische und klimapolitische Ziele vereint. Einsparungen gab es gleich dreifach:  bei den Haushalten im Schnitt mit über 500 Kilowattstunden Strom sowie Heizwärme für das Warmwasser. Berücksichtigt man zusätzlich die Wassereinsparung, wurden pro Haushalt 300 Euro und insgesamt 150 Millionen Euro erzielt. Weiter hatten die Kommunen geringere Heizkostenzuschüsse. Volkswirtschaftlich wurden die Fördergelder durch anteilig geringere Klimaschäden überkompensiert.

Der übergroße Erfolg hat natürlich viele Eltern. Das Projekt wurde von Dieter Seifried vom Freiburger Ö-Quadrat konzipiert und begleitet. Umgesetzt wurde es von dem Deutschen Caritas-Verband und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschland und deren regionalen Gliederungen. Auch ungewöhnlich: das Projekt wird nun schon kontinuierlich von fünf Bundesregierungen seit 2008 gefördert.

Ebenso ungewöhnlich: obwohl fast alle Bürger*innen über hohe Strompreise klagen, werden die hohen Stromsparpotentiale nur selten realisiert. In einem Projekt des Ökostromanbieters EWS mit Öko-Institut und Ö-Quadrat wurden 30 Haushalte mit einem höheren Stromverbrauch beraten. Die bereits im ersten Jahr realisierten Einsparungen lagen im Durchschnitt bei 1.524 Kilowattstunden und 460 Euro.

Kurioserweise schauen die meisten Bürger*innen aber nur auf die Benzinpreise. Im Gegensatz zu Stromkosten sieht man die Benzinkosten an der Tanksäule direkt hochrattern. Aber in Zeiten höchster Ignoranz naht Rettung auf ungewohnte Weise. Beim Tanken der Elektroautos schaut man plötzlich auf die Stromkosten. Und mit 1.500 Kilowattstunden kann man rund 10.000 Kilometer weit fahren.

Erschienen in der Frankfurter Rundschau vom 02.01.2026

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